Weißdruck

Weißdruck

Weißdruck korrekt anlegen – so bereiten Sie Ihre Datei vor

Neben den klassischen CMYK-Farben (Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz) kann auf ausgewählten Materialien zusätzlich weiße Tinte eingesetzt werden. Besonders bei transparenten oder transluzenten Materialien wie Plexiglas oder Folien lassen sich damit eindrucksvolle Effekte erzielen.

Damit der Weißdruck technisch korrekt umgesetzt wird, muss Ihre Datei entsprechend vorbereitet sein.

Was bedeutet Weißdruck?

Weißdruck bezeichnet den Einsatz weißer Tinte als eigenständige Druckfarbe. Diese kann entweder flächig eingesetzt oder gezielt unter bestimmten Bereichen Ihres Designs platziert werden.

Gerade bei transparenten Materialien sorgt eine weiße Unterschicht dafür, dass Farben kräftiger wirken und nicht durchscheinen.

Kann Weiß mit CMYK kombiniert werden?

Ja. Moderne Drucksysteme können mehrere Tintenschichten übereinander aufbringen.

So ist es beispielsweise möglich:

  • zuerst eine weiße Schicht zu drucken

  • anschließend die CMYK-Farben darüber zu platzieren

Gerade bei transparenten Materialien ist eine weiße Unterschicht sinnvoll, da Farben wie Cyan, Magenta und Gelb sonst durchscheinend erscheinen können.

Welche Weißdruck-Optionen gibt es?

Je nach Produkt können Sie unterschiedliche Varianten wählen:

Farbe mit einer Schicht Weiß
Eine weiße Grundschicht wird unter die Farbschicht gedruckt. Die weiße Tinte ist leicht transparent, sorgt aber bereits für intensivere Farbwiedergabe.
Wenn Sie ausschließlich Weiß drucken möchten, legen Sie keine Farbinhalte an.

Farbe mit zwei Schichten Weiß
Hier wird eine doppelte weiße Schicht aufgetragen, bevor die Farbe gedruckt wird. Dadurch erhöht sich die Deckkraft deutlich. Auch hier gilt: Wenn nur Weiß gewünscht ist, verzichten Sie auf CMYK-Farben.

Day & Night
Diese Option eignet sich besonders für hinterleuchtete Anwendungen, beispielsweise bei Leuchtkästen. Zwischen zwei Farbschichten wird eine weiße Lage platziert, sodass das Motiv sowohl beleuchtet als auch unbeleuchtet kräftig erscheint.

Wie erstellen Sie Ihre Datei für Weißdruck?

Die Vorbereitung hängt davon ab, wie gezielt Sie den Weißdruck steuern möchten.

Automatische Optionen

Komplett mit Weiß hinterlegen
Ihr gesamtes Motiv wird mit einer weißen Schicht unterlegt. Eine gesonderte Anlage in Ihrer Datei ist nicht erforderlich.

Weiß unter allen farbigen Elementen
Alle farbigen Bereiche erhalten automatisch eine weiße Hinterlegung.
Diese Option eignet sich ausschließlich für Vektorgrafiken. Bei Fotos oder komplexen Rasterbildern ist sie nicht empfehlenswert.

Bitte beachten Sie Mindestfarbwerte:

  • Cyan: mindestens 2 %

  • Magenta: mindestens 1 %

  • Gelb: mindestens 6 %

  • Schwarz: mindestens 1 %

Nur darüber liegende Werte werden zuverlässig erkannt.

Weiß als Volltonfarbe anlegen (empfohlen bei gezielter Platzierung)

Wenn Sie die Position und Deckkraft der weißen Tinte exakt bestimmen möchten, legen Sie Weiß als eigene Volltonfarbe an.

So gehen Sie in Adobe Illustrator vor:

  1. Öffnen oder erstellen Sie Ihr Design.

  2. Wählen Sie die Form, die weiß gedruckt werden soll.

  3. Weisen Sie dieser Form zunächst eine auffällige Farbe zu (z. B. 100 % Cyan). Diese dient nur zur Sichtbarkeit und wird später nicht gedruckt.

  4. Öffnen Sie das Fenster „Farbfelder“.

  5. Erstellen Sie ein neues Farbfeld.

  6. Benennen Sie dieses Farbfeld exakt „White“.

  7. Stellen Sie den Farbtyp auf „Volltonfarbe (Spot Color)“.

  8. Bestätigen Sie die Einstellungen.

  9. Speichern Sie Ihre Datei als PDF.

Überdrucken korrekt einstellen

Soll die weiße Form unter einer farbigen Form liegen, muss sie auf „Überdrucken“ gestellt werden. Andernfalls erkennt das Drucksystem nur die oberste Ebene.

So aktivieren Sie Überdrucken:

  1. Platzieren Sie die Weißform oberhalb der farbigen Elemente.

  2. Markieren Sie die Weißform.

  3. Öffnen Sie das Fenster „Attribute“.

  4. Aktivieren Sie „Fläche überdrucken“ oder – bei Linien – „Kontur überdrucken“.

  5. Kontrollieren Sie das Ergebnis über „Ansicht → Überdruckenvorschau“.

Wenn Sie zur besseren Sichtbarkeit eine auffällige Farbe wie 100 % Cyan verwendet haben, kann die Vorschau wie eine Farbüberlagerung wirken. Dies dient nur der Kontrolle und entspricht nicht dem späteren Druckergebnis.

Deckkraft gezielt steuern

Wenn Sie Weiß als Volltonfarbe anlegen, können Sie die Deckkraft einzelner Elemente individuell anpassen. Durch Reduzierung der Deckkraft entstehen transparente oder halbdeckende Effekte.

Praktischer Hinweis

Für eine sichere Anwendung empfiehlt es sich, mit einer definierten Volltonfarbenbibliothek zu arbeiten. So stellen Sie sicher, dass die weiße Tinte korrekt erkannt wird.

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